Die geheime Macht innerer „Glaubenssätze“

Hast Du davon schonmal gehört? „Glaubenssätze“ oder auch „Leitsätze“ genannt?

Klingt irgendwie konfus. Glaubenssätze… Leitsätze… Was soll das sein? Und wie sollen diese komischen Begriffe uns glauben lassen oder gar leiten? Wohin leiten sie uns denn?

Der Begriff „Satz“ in beiden Wörtern klingt so konkret, als gäbe es eine bewusste und klare Formulierung, eine Vorstellung, die man benennen und greifen kann. Einen Satz eben, den man denken und schreiben und aussprechen kann.

So ist es auch. Die Suche nach dem, was uns eigentlich aus dem tiefsten Inneren heraus leitet, ist jedoch nichts davon. Sie ist weder konkret, noch sehen wir, wohin es überhaupt geht. Wir müssen loslaufen ohne Beleuchtung, die uns den Weg weist; wir möchten einen Satz finden, dessen Wörter wir noch nichtmal können. Kurz gesagt: Wir sollen den Weg in unser Unterbewusstes finden. Aaaaah ja….

Unsere Glaubenssätze liegen verborgen in den untersten und ältesten Schichten Deiner Persönlichkeit. Du siehst sie nicht, Du fühlst sie nicht und Du hast womöglich (noch) keinen Zugang zu Ihnen. Sie sind das Fundament von so ziemlich allen Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen, die heute zum Vorschein kommen. Und das fiese daran: Wir merken noch nicht mal, dass wir von diesen Glaubenssätzen gesteuert werden.

Diese Vorstellung gruselt mich sehr. Ich dachte immer, ICH entscheide HEUTE und BEWUSST, was ich fühle, denke und wie ich mich verhalte. Allerdings: Wäre es so, hättest Du dann die Probleme, die Du heute hast? Würden Deine Gefühle Dich und vielleicht auch andere in den Wahnsinn treiben? Würdest Du Dich jetzt in diesem Moment nicht lieber dafür entscheiden, entspannt und zufrieden zu sein?

Kannst Du es? Kannst Du Dich entscheiden? Oder gibt es einen Grund, warum Du diese Entscheidung nicht treffen kannst?

Ich fand immer 1.000 Gründe, die Schuld lag immer woanders. Der eine hat sich so verhalten, die andere hat etwas blödes gesagt und und und.

STOPP!

Nur eine Theorie und wenn sie Dir nicht gefällt, betrachte die Ideen als psychologischen Supermarkt. Lass liegen, was Dir nicht gefällt. Du entscheidest, was Du mitnimmst!

Was, wenn das, was um uns herum geschieht und Auswirkungen auf uns hat ein Spiegel wäre? Könnte es sein, dass die Außenwelt auf uns nur reagiert und der Ausgangspunkt bei uns liegt? Erinnere Dich doch mal an gute Tage. An so richtig gute Tage! Erinnerst Du Dich auch noch, wie die Menschen um Dich herum reagiert haben? Die Kassiererin an der Kasse, der Verkäufer an der Tankstelle und Menschen, die Dir zufällig über den Weg laufen? Nur gute Erinnerungen habe ich an solche Momente, an solche Tage. Kann es also doch sein, dass diese positiven Kontakte nur so positiv sind, weil wir es sind? Kann es sein, dass die Kassiererin uns deshalb angelächelt hat, weil sie von unserem Strahlen im Gesicht so angesteckt wurde?

Und wie ist es andersrum? Wie reagierst Du, wenn Du jemandem begegnest, der aus tiefstem Herzen fröhlich ist und das auch zeigt? Wie reagierst Du auf einen süßen Hundewelpen, der Dich munter und heiter zum Spielen bewegen möchte?

Vielleicht könnte da ja was dran sein. Daran, dass manche Reaktionen unserer Außenwelt ein Spiegel unserer selbst sind. Ich bin überzeugt davon!

Jahrelange Selbst-Experimente haben mich davon überzeugt. Ganz frei nach dem Motto „Es gibt nichts gutes, außer man tut es“ habe ich überlegt und recherchiert, welchen Teil ich dazu beitragen kann, gutes in die Welt zu bringen, um auch gutes wieder zurückzubekommen (<- übrigens ist das eine gesunde Form von Egoismus). Und ich fand einige Möglichkeiten, die zu mir passten:

  • Am Ticketautomaten 0,10 Cent im Kleingeldausgabefach liegen lassen (musst Du nicht auch Grinsen, wenn Du Geld dort findest)?
  • Einen Glückscent auf dem Sitz der U-Bahn oder im Bus liegen lassen.
  • An sehr verregneten Tagen jemanden einen Regenschirm in die Hand drücken.
  • Der Kassiererin oder dem Kassierer ein paar Sekunden länger in die Augen schauen und zur Abwechslung ein wirklich ernst gemeintes „Ich wünsche Ihnen einen fröhlichen und schönen Tag!“ mitgeben.
  • Häkeln oder Stricken, zum Beispiel einen Schal, und diese dann spenden (zum Beispiel für Kinder oder an Kleidersammelstellen).
  • Einem wichtigen Menschen eine kleine Freunde machen. Mag Deine Freundin KinderRiegel? Bring ihr doch einfach einen mit. Mag Dein Freund Musik – suche nach einem besonders passendem Lied für ihn.

Sich darüber Gedanken zu machen, sorgt bereits für Glücksgefühle. Und die gilt es zu sammeln.

Und langfristig? Ich mein, wer kann schon jeden Tag alle Centstücke verschleudern oder jeden Tag nach kleinen Überraschungen suchen?

Langfristig ist es wichtig zu verstehen, was in Dir negativ ist. Gedanken (Glaubenssätze wie zum Beispiel „Ich bin es überhaupt nicht wert, dass mich jemand wirklich zu 100 % liebt“ oder „Wenn ich nicht gesehen werde, existiere ich nicht“), Gefühle, Emotionen, Verhalten oder vielleicht ein Mix aus allem. Um das herauszufinden können Dir professionell ausgebildete Personen sehr gut helfen, zum Beispiel mit einer Verhaltenstherapie oder einer tiefenpsychologischen Therapie. Du bist nicht allein damit und es gibt mehr Menschen, die verstehen, wie es in uns aussieht, als Du denkst! Wir haben Glück, dass die Borderline Erkrankungen bereits sehr gut erforscht und das Verständnis dafür gewachsen ist. Es gibt mehrere Lösungsansätze, die Dir helfen werden. Du brauchst Dich nicht dafür zu schämen, Hilfe zu suchen und in Anspruch zu nehmen. Ganz im Gegenteil, das macht Dich stark! Und wenn Du Zweifel oder Hemmungen oder Angst davor hast, Dir Hilfe zu suchen, hilft Dir vielleicht das Beispiel eines Jungen, der der weltbeste Torwart werden möchte.

Stell Dir einen 10-jährigen Jungen vor. Er ist gut gelaunt und fröhlich und liebt Fußball. Sein Traum ist es, der weltbeste Torwart zu werden. Er spielt sehr oft mit seinen Freunden und auch im Verein. Oft üben sie das Elfmeter-Schießen und der junge Torwart springt oft nicht in die Ecke, in die der gegnerische Spieler schießt. Er kann nicht erkennen, woher der Schuss kommt und weiß somit auch nicht, wohin der springen soll oder wie er sich fallen lassen soll. Er hält den Ball oft nicht und fängt an sich darüber zu ärgern. Da er falsch springt, verletzt er sich auch manchmal. Nun hat er zwei Möglichkeiten

  1. Er kann sich weiterhin ärgern. Bei jedem  Ball, den er nicht hält wird sein Ärger größer und irgendwann fangen auch seine Freunde an zu schimpfen, dass er den Ball schon wieder nicht gehalten hat. Der Ärger wird größer und größer bis er irgendwann das Vertrauen vollständig verliert und keinen Ball mehr halten wird.
  2. Er geht zu seinem Trainer und bittet ihn um Rat. Der Trainer hat auch bereits mit 10 Jahren Fußball gespielt und er hat eine Ausbildung gemacht, in der ihm vermittelt wurde, was man wissen und können muss, um den Ball beim Elfmeterschießen zu halten. Er hat gelernt, wie man es 10-jährigen Jungs beibringen muss und wird ihn von nun an dabei begleiten.

Ich wünsche Dir die Kraft, Dich für den zweiten Weg zu entscheiden!

 

 

 

 

 

Ein Kommentar zu „Die geheime Macht innerer „Glaubenssätze“

Gib deinen ab

  1. Toll geschrieben 🙂
    Die eigenen alten Glaubenssätze zu erkennen ist schwer… eine Alternative finden an die man selbst glauben kann noch mehr. Aber man kann dabei sehr viel über sich lernen und eine gesündere Einstellung zu sich entwickeln.
    Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass eine Therapie wirklich sehr viel helfen kann!

    Gefällt 1 Person

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