E1 – Wie Du der Einsamkeit die Stirn bietest

Das Gefühl der Einsamkeit ist beißend und schmerzvoll. Es kann durch äußere und/oder durch innere Ereignisse entstehen. Vielleicht wurde man verlassen, man hat selbst jemanden verlassen oder jemanden verloren. Manchmal entsteht es ohne direkten Zusammenhang zur aktuellen Situation. Aber egal, wann und warum das Einsamkeitsgefühl auftritt, es ist da und es ist unerträglich.

Nahezu jeder Mensch hat sich schon einmal einsam gefühlt. Personen mit einer Borderline-Persönlichkeitsentwicklungsstörung sind also ganz und gar nicht alleine damit. Wir erfinden das Rad der Gefühlswelt nicht neu, also sind auch die Gefühle die wir haben gar nicht so anders, wie die, von allen anderen Menschen auf diesem Planeten. Sie sind nur intensiver. Deutlich intensiver. Sie erreichen unerträgliche Höhepunkte, beeinflussen uns im täglichen Leben und verursachen ständig Konflikte.

Die Intensität der ausgeprägten und tief verankerten Gefühlswelt kann dazu führen, dass unser Gehirn überlastet wird und diese nicht mehr auf „normalen Weg“ verarbeiten kann. Eine Überlastung durch starke Gefühle kann man zum Beispiel daran erkennen, dass Schmerz der einzige Reiz ist, der das beenden kann, man beginnt vielleicht, sich selbst zu verletzen. Oder viele verspüren Dissoziationssymptome; man driftet ab, ist nicht mehr anwesend und entfremdet sich von sich selbst oder von der Umgebung.

Eine Überlastung kann sich auch in anderen Symptomen bemerkbar machen:

  • In körperlichen Beschwerden wie Entzündungen, Magen-und-Darm-Schwierigkeiten wie Erbrechen oder durcheinander geratene Verdauung, Kreislauf-Probleme, Herzrasen, Verletzungen, die „zufällig“ entstehen wie zum Beispiel, man knickt schneller als gewöhnlich mit dem Fuß um oder hat Muskelkrämpfe. Auch das so genannte „Restless-Leg-Syndrom“ (unruhige, schmerzende, kitzelnde Beine) kann Teil davon sein. Hormonschwankungen, veränderte Menstruationszyklen, Hitze-/Kältewallungen und so weiter. Die Liste ist lang.
  • oder durch weitere neurologische Krankheiten, die als Stressreaktion auftreten können, zum Beispiel eine Depression.

Das Gefühl der Einsamkeit ist stechend und dringt bis in Mark und Bein. Es kann schnell zur Überlastung des Gehirns führen, wenn man nicht einschreitet. Es ist also wichtig, manchmal lebenswichtig, sich darum zu bemühen, zu lernen, wie man damit umgehen kann und was man dauerhaft dagegen tun kann.

Es ist wichtig zu verstehen, dass es nicht eine ultimative Lösung gibt, die das Problem von heute auf morgen beheben wird. Es gibt eine ganze Reihe von Lösungen, die auf den ersten Blick nichts mit Einsamkeit oder Zweisamkeit zu tun haben, die Dir helfen werden, die Gefühle zu verringern und besser damit umgehen zu können, falls sie wieder auftreten. Denn das man sich im Laufe seines Lebens dann und wann wieder so fühlen wird, das können wir nicht verhindern. Das ist völlig normal und betrifft alle Menschen. Aber Du wirst es abschwächen können. Heute tritt das Gefühl vielleicht an 9 von 10 Tagen auf. In einem halben Jahr nur noch an 7 von 10 Tagen und in drei Jahren vielleicht nur noch an 2 von 10 Tagen. Außerdem wirst Du an diesen 2 Tagen besser damit umgehen können. Es wird Dich weniger aus der Bahn werfen. Es ist utopisch, zu denken, dass man sich nie wieder einsam fühlt.

In den Lösungsmöglichkeiten stecken viel Arbeit und viel Zeit. Die Einsamkeit ist auch durch sehr viel Arbeit und über einen langen Zeitraum entstanden. Erwarte nicht, dass Du in zwei Monaten mit dem Thema durch bist. Aber jede Sekunde, die Du gewinnst, ohne Dich einsam zu fühlen, ist die Mühe und den Aufwand wert. Denn in jeder dieser Sekunden, wirst Du glücklicher sein, Dich zugehöriger und verbunden fühlen. Denn wenn Du Dich in drei Jahren nur noch an 2 von 10 Tagen anstelle von 9 von 10 Tagen einsam fühlst, hat es sich rückblickend nicht gelohnt, JETZT anzufangen?

Wie das funktionieren kann, werde ich Dir in den nächsten Blogbeiträgen, vorstellen. Ich schöpfe dabei aus meinen persönlichen Erfahren. Bitte fühle Dich frei, abzulehen, was nicht zu Dir passt oder zu ergänzen und verändern.

Mit dem ersten Punkt möchte ich heute schon starten:

Wege, mit Einsamkeit umzugehen.

Ich unterscheide in

  1. der Grundlagenarbeit, die wir dann erledigen, wenn wir nicht in einer Akutphase sind.
  2. den Hilfen während einer Akutphase.

Ich möchte heute und in den nächsten Tagen und Wochen mit der Grundlagenarbeit starten und werde anschließend zu den Hilfen während einer Akutphase übergehen.

Beginnen wir doch mit:

  1. Triff die Entscheidung!

Klingt einfach? Für mich war es das nicht. Es hat viel Zeit in Anspruch genommen, aus tiefstem Herzen die Entscheidung zu treffen. Dabei habe ich mir vorgestellt, wie ich als 110-jährige auf meinem Totenbett liege. Wie wollte ich mich dabei fühlen. So wie jetzt? Oder anders? Für mich war es klar: Ich wollte mich gesund, glücklich, erfüllt und geliebt fühlen und umgeben von liebenden Menschen sein. Umgeben von echter Freundschaft, umgeben von echter Liebe. Und um das zu erreichen, konnte ich nicht weitermachen wie bisher. Es musste sich grundlegend etwas ändern.

Alle Maßnahmen, um Dich verbundener, gehalten, geliebt und erfüllt zu fühlen, funktionieren nur dann, wenn Du tief in Deinem Herzen die Entscheidung getroffen hast, bereit zu sein für alles, was Dir hilft, Dich nicht mehr einsam zu fühlen.

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