E2 – Wann fühlst Du Dich einsam?

Für diesen Beitrag empfehle ich Dir, zuerst den letzten „Wie Du der Einsamkeit die Stirn bietest“ zu lesen.

Lass uns mit den Grundlagen-Tipps und Ideen weitermachen, wie man Einsamkeitsgefühlen in Zukunft weniger häufig und leichter begegnen können.

Bist Du damit einverstanden, wenn wir das Einsamkeitsgefühl für die restlichen Beiträge in E umtaufen? 🙂

Finde heraus, wann Du Dich einsam fühlst

Erscheint E auf der Bildfläche, wenn Dir Körperkontakt und Berührungen fehlen?

Kommt E angerannt, wenn andere Dich nicht als den Menschen wahrnehmen, der Du bist? Dich nicht „sehen“ können?

Oder klammert sich E an Dich, wenn Deine Bezugsperson körperlich oder geistig nicht bei Dir ist?

Wann stellt es sich ein?

Beobachte es, schreib es auf, notiere es Dir, male es auf, speichere einen Eintrag in Deinem Hand oder Tablet oder male ein Kreuz in Deinen Wandkalender.  Unser Gedächtnis spielt uns rückwirkend gerne mal einen Streich, deshalb schildere die Situation zeitnah und so detailliert Du kannst. Was geschah vorher, wo warst Du, wer war anwesend? Wie war Deiner Stimmung vorher, ab wann hast Du s Anwesenheit gespürt? Gab es etwas, was E wieder verjagt hat oder hat sich E breit gemacht? Wie hast Du Dich körperlich gefühlt? Wenn jemand Dein Verhalten in dem Moment von außen beurteilen würde, wie würde es beschrieben werden? Was hätte Dir geholfen, um E die Stirn zu bieten?

Eine detaillierte Dokumentation hat folgende Vorteile:

  • Es wird einfacher, sich mit E auseinanderzusetzen und E in die Augen zu sehen.
  •  Man erkennt die Risikofaktoren, die E herauskitzeln, von Mal zu Mal früher. Man sich besser darauf vorbereiten, die Risikofaktoren vermeiden oder mit anderen Strategien bewältigen.
  • Man lernt die Risikofaktoren genau zu benennen. Wenn wir sie identifiziert haben, können Therapeuten zum Beispiel ganz gezielte Maßnahmen vorschlagen, die auf Dich und die Situation zugeschnitten sind. Das ist wie mit einer Halsentzündung, nur dass in dem Fall der Arzt herausfindet, ob die Ursachen bakterielle oder virale sind, um dann das richtige Medikamt geben zu können.
  • Die konkreten Auslöser für E können besser analysiert werden. Wieso tritt E ausgerechnet in diesen Momenten auf? Welche Funktion hat E? Schützt E uns in diesen Momenten? Wovor? Entspricht das noch der heutigen äußeren Realität?
  • Die Mechanismen hinter E zu verstehen, kann bereits eine befreiende Erkenntnis sein.

Im Buch „Borderline verstehen“ von Manuela Rösel (ISBN 978-3-939586-19-7) findet man einige Ansätze, bei denen es sofort bei mir Klick gemacht hat.

Eine Erklärung für s extreme Ausprägung kann zum Beispiel sein, dass E ab dem Tag der Geburt ausgebildet wurde, zum Beispiel durch einen Mangel an gesunder, körperlicher Nähe zur Mutter. Bei Neugeborenen löst das sofortige Todesangst-Zustände aus, die zu dem Zeitpunkt auch wichtig und normal sind, damit das Neugeborene ausreichend auf sich aufmerksam machen kann. Gesund aufwachsende Kinder lernen irgendwann das Vertrauen, dass sie versorgt sind und das bekommen, was sie brauchen. Sie verlernen die Todesangst. Bei Borderlinern kann dieser Lernprozess an zentralen Punkten unterbrochen worden sein oder der Lernzprozess hat sich gar nicht erst eingestellt. Das Gehirn hat also beim Heranwachsen das „Wissen“ gefestigt, dass die ursprüngliche Todesangst weiterhin richtig und wichtig ist.

Wenn Du Dich darin wiederfindest oder auch, wenn Du Deine Gefühle damit nicht identifizieren kannst, lies nach! Genauso wie jeder von uns verschieden ist, gibt es unterschiedliche Erklärungen, wovon eine oder mehrere auf Dich zutreffen können und Dir helfen, die Mechanismen hinter E besser zu verstehen und Du Dich mit jedem zusätzlichen Wissen mehr und mehr davon befreien kannst.

 

 

 

2 Kommentare zu „E2 – Wann fühlst Du Dich einsam?

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  1. Ich glaube die beiden schwierigsten Punkte sind die wirklichen Risikofaktoren zu erkennen und dann alte Gewohnheiten zu überwinden… Man fällt leider immer wieder auf die gleichen Fallen herein, wenn man nicht sehr aufmerksam ist und immer wieder „übt“.
    Wieder sehr hilfreich 🙂

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