Mit Trennungen fertig werden

Heute möchte ich Dir erzählen, was mir geholfen hat, mit Trennungen fertig zu werden.

Du kennst das sicherlich auch, oder? Eine Freundin, die sich distanziert; Freunde, deren Lebenswege nicht mehr parallel zu Deinen laufen; Beziehungen, die sich verändern oder Trennungen, die Du selbst iniitiert hast. Ich möchte Dir gerne schreiben, wie meine Erfahrungen dazu sind und freue mich, auf Deinen Kommentar, Deine Erfahrungen, Deine Ergänzungen oder Fragen.

Ich bin 36 Jahre und bis vor 3 Jahren war immer ich diejenige, die zuerst abgehauen ist. Ich war diejenige, die sich getrennt hat, Freundschaften gekappt hat oder einfach stumpf in eine andere Stadt gezogen ist. Viele Umzüge in verschiedene Städte habe ich hinter mir. Vor 3 Jahren habe ich mich dazu entschieden, nicht mehr wegzulaufen. Weder vor mir selbst, noch vor anderen. Denn mein oberstes Ziel ist es, glückliche, stabile Beziehungen zu führen und um das zu erreichen musste ich mich entscheiden: Nicht mehr weglaufen, sich öffnen, Masken abnehmen und zulassen, dass man verletzbar wird. Gruselig… Sich angreifbar machen, seine Schwächen zeigen, seine Ängste rauslassen und sich dem anderen vollständig zu zeigen. Ohne Filter, ohne Masken, völlig entblößt. Und diese Entscheidung war wichtig und richtig! Freunde oder Partner können sich nur dann dazu entscheiden, Dein Freund oder Dein Partner zu sein, wenn sie Dich sehen können. Wenn sie erkennen können wer Du bist, auch mit Deinen dunklen Seiten. Anders herum erwarte ich nämlich auch, einen echten Menschen vor mir zu haben. Ich erwarte, dass meine Freundin oder mein Freund, sich mir zeigt. Ich möchte nicht mit der Maske befreundet sein, sondern mit dem Menschen dahinter. Gleiches Recht für alle also.

Diese Entscheidung, alles fallen zu lassen, hat mir erlaubt, auch anderen zu erlauben, sich für das zu entscheiden, was sie sehen, oder eben auch dagegen. Natürlich schmerzen Trennungen, egal in welcher Form, dennoch sehr und sie werden auch von Zeit zu Zeit weiterhin vorkommen. Darum ist es wichtig, sich mit dem Schmerz auseinanderzusetzen und zu wissen, was Dir hilft, wenn man gerade doch die Kontrolle verliert und sich in dem Schmerz verliert. Ich versuche, mich an der Erlaubnis zu orientieren, die ich mir gegeben habe und die ich dem anderen gegeben habe. Die Erlaubnis, dass sich andere nicht zu 100 % für mich entscheiden müssen. Und die Erlaubnis, dass ich das auch nicht muss. Oder ist Deine Zuneigung für andere immer gleich?

Außerdem hat mir diese Erlaubnis geholfen, nicht mehr nur ALLES oder NICHTS zu erwarten. Es ist völlig in Ordnung, wenn Du Teile Deines Weges nicht mit immer derselben Person gehen möchtest und genauso ist es in Ordnung, wenn jemand nicht alle Teile seines Weges mit Dir gehen möchte. Du musst nicht alles am anderen mögen, und andere müssen nicht alles an Dir mögen. Nimm Dir diese Freiheit und gewähre Deinem Gegenüber dieselbe Freiheit.

Das WIE gehe ich damit um ist der zweite wichtige Part. Sobald sich ein Ende angebahnt hat, bin ich ausgerastet und habe so wild um mich geschlagen und gewütet, dass alle Beteiligten in einem zerbombtem Krater saßen, in dem kein Gras mehr wachsen konnte. Und das tut mir so wahnsinnig leid. Ich habe so viele Menschen damit verletzt. Ich habe meine eigenen Verletzungen, allen Schmerz und alle Wut auf eine Person projeziert und diese damit unendlich verletzt. Ich habe mir geschworen, dass das nie wieder geschehen soll. Ich möchte niemanden so sehr verletzen. Deshalb lege ich meinen Fokus auf das WIE. Dazu lässt sich viel ausprobieren. Ich habe ich viel über „Gewaltfreie Kommunikation“ (Buch von Marshall B. Rosenberg, ISBN 978-3-87387-454-1) gelernt, ich war in Kommunikationsseminaren, die häufig Konfliktbewältigung als zentrales Thema bearbeiten. Von anderen Menschen in meiner Umgebung (von Kollegen zum Beispiel) habe ich mir abgeschaut, wie sie mit Rückschlägen, Ablehnungen usw. umgehen. Was darf ich fühlen und wie kanalisiere ich die Gefühle am besten.

Zusammen mit der Erlaubnis, dass ich nur die Wege mitgehe, die mir nicht schaden und gut für mich sind, und der Erlaubnis, dass mein Gegenüber auch entscheiden darf, welche Wege er oder sie mitgeht oder eben auch nicht, unterstützt das WIE, wie man zusammenkommt oder auch auseinander geht. Auf eine für beide gesunde Art und Weise.

 

Ein Kommentar zu „Mit Trennungen fertig werden

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  1. Trennungen sind wohl für so ziemlich alle Menschen schlimm und gerade für sensible, empfindsame Menschen können sie wirkliche Katastrophen sein…
    Ich wurde leider erst vor kurzen wieder in einer romantischen Beziehung arg enttäuscht und musste mich kurz zuvor von einem alten Freund trennen. Das ist schon ein Schlag tief ins Herz.

    Ich mag den stoischen Ansatz, dass wir uns nur um das kümmern sollten, was in unserer Macht liegt. Daraus ist ein beliebter „Kalenderspruch“ geworden

    Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Wie passt das mit dem großen Wunsch zusammen, eine liebevolle Partnerschaft zu haben? Am besten fürs Leben? Leider passt es überhaupt nicht zusammen, weil wir einen Partner nie kontrollieren können. Liebe ist Kontrollverlust.

    Aber nach einer Trennung kann man versuchen sich auf das zu besinnen, was man selbst in der Hand hat. Ich glaube, das ist das einzige was nachhaltig Halt verspricht und Enttäuschungen vielleicht zumindest ein bisschen erträglicher werden lässt.
    Nun braucht es „nur“ noch Mut und Energie…

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