2019

Meine lieben Leserinnen,

meine lieben Leser,

wir feiern den Jahreswechsel wie Besessene. In Großstädten herrscht ein kriegsähnlicher Zustand. Das zumindest würden vermutlich alle Hunde und Katzen, und noch vielmehr alle Vögel, Eichhörnchen, Mäuse, Ratten, Insekten und jedes Lebewesen behaupten, die hoffentlich durch die Böllerei des Tages bereits etwas vorbereitet waren und nicht mit einem Todesschreck aus ihrem Schlaf gerissen wurden, den sie üblicherweise um 0 Uhr halten. Hast Du Dich mal gefragt, wo die Tiere und Insekten eigentlich sterben? Bei meinem Abschluss-Lauf (eigentlich war es nur eine normale Laufrunde, aber ich komme ja nun auch nicht um die Tatsache herum, dass es der letzte Lauf im Jahr 2018 war) fiel mir auf, dass ich selten Kadaver sehe. Wenn ich verstorbene Lebewesen sehe, dann meistens, weil sie das Pech hatten, Menschen oder ihren „Errungenschaften“ zu begegnen.

Am Rande rotiert nun also diese Frage bei jedem meiner Schritte. ‚Wieso beginnen wir das neue Jahr, wie Verrückte und so rücksichtslos? Ungeachtet dessen, dass wir einen Teil dieser Welt töten? Wäre es besser, tote Vögel fielen uns einfach direkt auf den Kopf, um einen Bezug zu unserem Planeten zu gewinnen? Haben wir das Wissen, lediglich ein Teil dieses wunderschönen Planeten zu sein, verloren oder hatten wir es nie? Macht Streben nach absoluter Kontrolle und unbestreitbarer Macht so blind?

Oder brauchen wir die Tradition? Was würde es mit uns machen, hätten wir keine wiederkehrenden Rituale, an die sich alle Menschen gleichzeitig in dieser Form oder jener halten würden? Hätten wir dann Raum, um die tiefe Verbundenheit zu fühlen, die hinter allem steckt, was wir täglich aufs neue und an Silvester mit noch mehr Rücksichtslosigkeit zu verdrängen versuchen? Würde es schmerzen, würden wir unsere Kammerspiele des Lebens sein lassen und stattdessen der Realität begegnen?

Neben diesen und jenen unausgesprochenen Fragen, die ausschwirren, wie aus ihrem Kokon platzende Schmetterlinge, macht sich jedoch auch Befreiung in mir breit. Man darf nun offiziell und mit allgemeiner Erlaubnis loslassen, was war und begrüßen, was sein wird.

Diejenigen, deren 2018 hart war, dürfen aufatmen, ihre Lektionen ins neue Jahr mitnehmen, und sich auf Veränderung freuen. Andere, die ihr 2018-Leben behalten möchten, fürchten, dass 2019 mit Lektionen gespickt sein wird und die wieder andere begrüßen gelassen den neuen Tag, denn sie wissen, das Gestern keine Realität und Morgen pure Fiktion ist.

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